Keine Macht dem Unkraut

Schild mit dem Text: Unkraut nur an Selbstpflücker abzugeben.

Unkraut, Wildkraut oder einfach unerwünschtes Kraut – es wächst und gedeiht überall, und im eigenen Garten kann es sich manchmal wie ein kleines Königreich aufspielen! Aber was können wir tun, um die Macht über unser geliebtes Stück Erde zurückzugewinnen? Der eine schwört auf Essig, der nächste empfiehlt kochendes Wasser, und wieder andere haben die 112 schon mal eingetippt und versuchen ihr Glück mit dem Feuer.

Natürlich geht ohne ein bisschen Zeit und Bewegung nichts. Wer nicht bereit ist, seinen Garten regelmäßig zu pflegen, kann gleich den Gärtner rufen – das ist immer eine elegante Ausweichstrategie!

Unkraut im Beet

Für frisch angelegte Beete, die noch kleine Pflanzen beherbergen und viel offene Fläche bieten, heißt es: regelmäßig harken oder mulchen! Eine Mulchschicht von mindestens 5 cm sorgt dafür, dass das Unkraut nicht so leicht die Oberhand gewinnt. Wer es sich noch einfacher machen möchte, kann zusätzlich ein Unkrautvlies verwenden. Aber Vorsicht: Das Vlies kann das Düngen etwas erschweren und die Nährstoffversorgung der Pflanzen beeinträchtigen.

Wenn Sie Ihr Beet neu anlegen oder etwas umgestalten möchten, sollten Sie auf jeden Fall Bodendecker einplanen, wie zum Beispiel Storchschnabel, Immergrün oder Dickmännchen. Je weniger „nackte Erde“ zu sehen ist, desto besser! Beim Jäten gilt: Holen Sie alles raus, was Sie finden können. Oft reicht ein kleines Stückchen Wurzel, damit das Unkraut wieder neues Leben entwickelt. Übrigens muss weniger gegossen werden, wenn man häufiger das Beet durchgrubbert, weil so das Kapillarsystem unterbrochen wird, welches das Wasser aus den tieferen Bodenschichten nach oben zieht.

Unkraut in den Fugen

Statt mit dem Abflammgerät kann man auch mit einem elektrischen Fugenkratzer dem Unkraut an den Halm. Der Vorteil: Man schwitzt nicht von der Hitze.

Wenn die Fugen dann schön sauber sind, können Sie sie mit speziellem Fugensand wieder auffüllen. Eine besonders kreative Idee – und die gefällt mir persönlich sehr gut – ist es, die Fugen mit Fugensaat zu begrünen. Das sieht bei älteren oder groben Fugen nicht nur wunderbar aus, sondern riecht obendrein schön.

Essigeinsatz

Hier gilt einiges zu beachten, da man den Essig nicht in konzentrierter Form flächig verwenden darf: Maximal 6% Essigsäure darf für die Einzelpflanzenbekämpfung verwendet werden. Die Anwendung darf nur bei Lufttemperatur von über 20 °C erfolgen und mindestens zwei bis vier Tage nach einem Regenfall. Höchstens zwei Anwendungen pro Jahr mit einem Abstand von 7 bis 21 Tagen sind erlaubt.

Unkrautbrenner

Immer wieder sieht man sie: Die kümmerlichen Reste einer Hecke oder sogar eines Schuppens, nachdem jemand versucht hat, Unkraut abzubrennen. Leute, das ist doch nur Unkraut – da muss man nicht riskieren, obdachlos zu werden.

Wer dennoch mit Feuer „spielt“, sollte Folgendes beachten: Hohe Temperaturen und unkontrollierter Funkenflug können entstehen und möglicherweise erst Minuten später ein Feuer entfachen. Besonders riskant sind Hecken, trockene Grasflächen sowie Holz (wie Zäune, Möbel oder Schuppen). Verwenden Sie Unkrautbrenner nur bei Windstille und auf einem aufgeräumten Untergrund. Halten Sie Abstand zu allem, was brennbar ist, und haben Sie Wasser, einen Schlauch oder einen Feuerlöscher griffbereit.

Humor

Unkrautbekämpfung kann auch mit einer Prise Humor erfolgen! Statt sich über die ungebetenen Gäste im Garten zu ärgern, machen Sie das Beste daraus: Stellen Sie Schilder auf wie „Unkraut an Selbstpflücker abzugeben“ oder „Willkommen in der Gierschwiese!“. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und verwandeln Sie Ihr „Unkrautparadies“ in eine wahrhaftige Attraktion, denn auch diese Pflanzen haben ihre eigenen Vorteile und tragen zur Biodiversität in Ihrem Garten bei!

Lassen Sie sich nicht entmutigen; mit etwas Geduld und regelmäßiger Pflege wird Ihr Garten weiterhin gedeihen und strahlen.

Ein Artikel aus der Blickpunkt-Sommerausgabe 2025

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 04.08.25